Das war die Mössinger Apfelwoche 2014.

So viele schöne Kinderbilder hat man schon lange nicht mehr gesehen in Mössingen: 71 Mädchen und Buben hatten Äpfel, Apfelbäume oder ganze Obstwiesen gemalt oder gezeichnet. Und alle wurden irgendwo in Mössingen ausgestellt: Die 16 Gewinner des Malwettbewerbs in der Pausa-Tonnenhalle, die anderen überall verteilt in Mössinger Läden. So erhielt die 3. Mössinger Apfelwoche einen wundervoll kunterbunten Rahmen.

Künstlerin: Anna-Lena Kosse

Künstlerin: Anna-Lena Kosse

Kunterbunt war auch das Programm. In der Ortsbücherei Öschingen duftete es nach Äpfeln im Schlafrock, im Mütter- und Familienzentrum nach Apfelwaffeln, dazu bastelten und filzten Kinder Äpfel um die Wette. Zahlreiche Besucher ließen sich beim Kinofilm „Der Geschmack von Apfelkernen“ in eine faszinierende Familiengeschichte entführen. Viele Läden hatten Apfeldekorationen (und Kinderbilder) und warteten mit eigenen Apfelprogrammen und -ideen auf. Schulen und Kindergärten boten eigene Apfelwochen, offene Apfelnachmittage oder Ohrensessel-Vorlesen.

In Bad Sebastiansweiler ließen es sich die Gäste beim „1. Apfeltag“ gut gehen mit Massagen, im Entspannungsbad und in der Apfelsauna. „Super voll“ war es in der Öschinger Metzgerei Grießhaber bei ihrer kulinarischen schwäbischen Rundreise um den Apfel. Beim OGV Mössingen wurde gesenst und gedengelt und etliche Wühlmäuse mussten ihr Leben lassen. Nebenan beim Bogensportverein wurde auf Apfelscheiben geschossen. In der Buchhandlung Schramm konnten Kostproben aus Koch- und Backbüchern schnabuliert werden. Die BürgerKünstler Mössingen zeigten Interessierten, wie man einen Dörrobstapparat selbst baut. Der NABU presste auf dem Löwensteinplatz einen ganzen Tag lang Apfelsaft mit Schulklassen und Kindergärten.

Künstler: Lion Dolph Lahaye

Künstler: Lion Dolph Lahaye

Beim Mössinger Apfellauf und Apfelwalking nahmen wieder über 100 Läufer und Walker die Herausforderung verschiedener Strecken an – bis hin zum Halbmarathon über den Dreifürstenstein. Familien wanderten mit Barbara Zeppenfelds Schafen durch die Streuobstwiesen und lernten neues über alte Schafrassen. Schulklassen ernteten und verarbeiteten Äpfel und verkauften ihre Produkte auf dem Apfelfest.

Bastelwettbewerbe fanden ebenso statt wie Verlosungen oder auch der schon legendäre Apfelbaggerwettbewerb sowie die Rollblitz-Weltmeisterschaft. Allüberall duftete es nach Apfelkuchen, in der „Spezcom“ wurden die Besucher mit Apfeltrüffeln verwöhnt. Auf dem Rathaus, bei den Stadtwerken und in vielen Läden gab es Gratisäpfel zu kosten.

Künstlerin: Monique Hagenloch

Künstlerin: Monique Hagenloch

Kurz: Ganz Mössingen feierte sein Lieblingsobst – den Apfel. Höhepunkt war sicher das Apfelfest unter dem Motto „Man muss die Äpfel feiern wie sie fallen“. Aber auch die Apfelwoche zeigte wieder, dass große wie kleine Mössinger kreativ, fröhlich, schmackhaft und engagiert dabei sind, wenn es um den Apfel geht. Darum freuen wir uns schon auf die vierte Mössinger Apfelwoche 2015!

Unterrichtseinheit: Mosten

Wie kommt der Apfelsaft in die Flasche? Wie haben es die Mössinger vor 100 Jahren gemacht? Am Apfelwochen-Donnerstag, 2. Oktober konnten dies Kindergarten- und Grundschulkinder an der historischen Saftpresse des NABU Mössingen hautnah erleben. Selbst Hand anlegen hieß es daher beim Aktionstag des NABU Mössingen auf dem Löwensteinplatz.

Die Jenaplanschule kommt mit eigenen Äpfeln.

Die Jenaplanschule kommt mit eigenen Äpfeln.

Neben Kindern aus der Gottlieb-Rühle-Schule, der Grundschule Undingen und der Jenaplanschule waren auch Kinder aus dem Kinderhaus und dem Kindergarten Blumenküche mit von der Partie. Die Aktion lief den ganzen Tag über und Gruppen kamen nacheinander zu vorher vereinbarten Zeiten. Die Anfrage war sehr groß und einigen Gruppen musste abgesagt werden, da schon früh „ausgebucht“ war.

Die Kinder werden begrüßt.

Die Kinder werden begrüßt.

Auf dem Pausagelände konnten die Kinder beim kraftraubenden Betrieb selbst mitmachen und anschließend den vergossenen Schweiß mit vitaminreichem Apfelsaft wieder auffüllen.

Das gibt Muckis.

Das gibt Muckis.

Zunächst stand das Apfelwaschen an – mit den Händen natürlich! Anschließend wurden die Äpfel von den Kindern in den Trichter der Reibe befördert und nun hieß es feste drehen! Jedes Kind durfte ran und die anderen schauten neugierig in den Trichter, was dort geschah.

Das Reibe-Gut wurde dann zur Presse gebracht und dort eingefüllt. „Ist schon komisch in der Hand“, sagte ein Mädchen, das mit der Hand die zerriebenen Äpfel einfüllte. Nun wurden das Apfelgut zugedeckt, die Kinder halfen beim Aufbau mit den Press-Hölzern und nun liefen schon die ersten Tropfen Apfelsaft! Kräftig drücken mussten die Kinder schon, damit einige Liter Apfelsaft in die Eimer flossen.

An der Presse

An der Presse

Beim anschließenden Verkosten bildete sich eine lange Schlange am Mostfass. Bei den meisten Kindern blieb es nicht nur bei einem Glas frischgepressten Apfelmost. Um den Kindern auch die Natur auf den Streuobstwiesen näher zu bringen, waren auch ein Naturquiz, Nisthilfen und Informationen für Kinder aufgebaut.

Frisch gepresster Apfelsaft schmeckt anders als der aus dem Supermarkt. Irgendwie - apfelig!

Frisch gepresster Apfelsaft schmeckt anders als der aus dem Supermarkt. Irgendwie – apfelig!

Kinder und Begleiter waren begeistern von der Unterrichtseinheit „Mosten“. “ Wir kommen im nächsten Jahr wieder“, hieß es dann beim Gehen.

Auch der NABU trinkt gerne Saft.

Auch der NABU trinkt gerne Saft.

PS: Der ganze Bericht ist auf der Webseite des NABU-Mössingen zu finden – samt Bildergalerie.

Impressive Impressionen

Was schon als Ankündigung charmant klang, war auch in echt liebenswert. Das jedenfalls sagen uns die Bilder, die uns „echt LIEBENSWERT“-Chefin Dagmar Gauger gleich nach der Apfelwoche zuschickte:

Impressionen vom Apfelfest 2014 bei "Echt liebenswert"

Impressionen vom Apfelfest 2014 bei „Echt liebenswert“

Man beachte die Liebe zum Detail:

echt LIEBENSWERT: Kaffee und Kuchen

echt LIEBENSWERT: Begrüßungsäpfel

Wer nicht dabei war, kann nur noch eins tun: Sich aufs nächste Jahr freuen!

OGV – Vierkampf

Auch dieses Jahr wieder war der 3. Oktober ein prächtiger Herbsttag. Den hatte sich der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Mössingen ausgesucht für einen echten OGV-Vierkampf-Tag.

Ein solcher Tag beginnt mit gerne mit Nebel, der sich lichtet, sobald man die Grundlagen des Sensens (Disziplin 1) erlernt hat. Eine davon ist die Wahl des richtigen Geräts, hier erklärt vom Tübinger Sensenspezialist Manuel Haus:

Der Sensenmann kommt im frühen Nebel.

Der Sensenmann kommt im frühen Nebel.

Werkzeug will gepflegt sein. Und das heißt bei der Sense: Dengeln (Disziplin 2). Aber wie geht das?

Wie dengelt mr dui Denger? Ganz oifach: Deng, deng, deng!

Wie dengelt mr dui Denger? Ganz oifach: Deng, deng, deng!

Sensen macht durstig. Das trifft es sich gut, dass der OGV nicht nur das Obst, sondern auch die Gerätschaften zur Herstellung des beliebtesten Saftes der Mössinger hat. Disziplin 3: Mosten.

Gehört einfach dazu: Frisch gepresster Apfelsaft.

Gehört einfach dazu: Frisch gepresster Apfelsaft.

Kaum ist der Nebel weg, machen die frechen Wühlmäuse Pause bei ihrer lästerlichen Arbeit, dem Abnagen von Obstbaumwurzeln. Das wird nicht gerne gesehen beim OGV, und daher heißt die 4. Disziplin kurz und gnadenlos: Wühlmaustod.

Der 3. Oktober war kein guter Tag für Wühlmäuse.

Der 3. Oktober war kein guter Tag für Wühlmäuse.

Der gute, alte Wenerspruch „Jeder kriegt das Wetter, das er verdient“, hatte auch dieses Jahr Bestand. Und die Vierkämpfer zogen erst nach einem deftigen Weißwurstfrühstück wieder von dannen, gestärkt mit Speis und Trank, vor allem aber mit ausgefeilten Techniken im OGV-Vierkampf. Möge das nächste Jahr genauso werden wie dieses!

El Dorado für Bücher- und Apfelwürmer

In der Buchhandlung Schramm in der Bahnhofstraße gibt’s wieder Apfelbücher zum Abwinken …

Apfelbücher ohne Ende

Apfelbücher ohne Ende

… und manches liebevolle Deko-Dateil.

Liebevolles Detail: Apfel-Igel vor Margot Käsmann

Liebevolles Detail: Apfel-Igel vor Margot Käsmann

Beliebt sind aber auch die Kostproben aus Kochbüchern:

Hmmmm ... Apfelrezepte live!

Hmmmm … Apfelrezepte live!

So schmeckt Literatur.

So schmeckt Literatur.

Die Zeitung als Kochbuch

Eine wunderbare Idee hatte der Steinlach-Bote für die Apfelwoche und setzte sie auch gleich um. Die Redaktion fragt „bekannte Personen aus dem Steinlachtal“ nach ihren Lieblings-Apfelrezepten und stellt diese Tag für Tag in der Apfelwoche vor.

Apfel-Rezept-Serie im Steinlach-Boten

Den Anfang machte Maria von Wulfen, Ernährungsberaterin und Walkingfachfrau, mit einem Rote-Bete-Carpaccio, das Farbakzente setzt. Am Dienstag folgte Pia Ziefle, in den letzten beiden Jahren Verfasserin der Mössinger-Apfel-Fortsetzungsromane, dieses Jahr aber wegen der Veröffentlichung ihres zweiten Romans „Länger als sonst ist nicht für immer“ schreibverhindert, was sie nicht davon abhielt, ihren Lieblingsapfelkuchen vorzustellen. (Praktischerweise wird auch ihr neues Buch im Artikel drüber gleich mitvorgestellt – Lesebefehl!) Heute gibt’s schon wieder Apfelkuchen, diesmal von der Netzwerk-Streuobst-Aktiven und „Flower-Power“-Frau Sabine Mall-Eder, die verrät, wie man viel Apfel in wenig Kuchen unterbringt – ein Tipp, auf den man in apfelreichen Jahren gerne zurückgreift.

Wir freuen uns auf die Fortsetzung morgen und am Samstag und sind gleichermaßen gespannt, ob sich noch die Apfelkuchen-Palette erweitert und ob auch mal ein Mann zum Lieblingsrezept befragt wird.

Nachtrag 2.10.: Tatsache – ein Mann! Und Oberbürgermeister Michael Bulander bringt auch gleich Verwirrung in die Rezeptekiste. Spätzle? Mit Äpfeln? Mit Zimt und Zucker? Mit Vanille-Eis? Geht das? Wir empfehlen: Einfach ausprobieren.

Schöne Idee, tolle Ausführung!

PS: Der Beitrag des Steinlach-Boten ist nicht im Programmheft aufgeführt, weil nachgemeldet. Dafür aber online.

Greifen Sie zu!

Apfelkorb im Rathaus Mössingen

So wird man während der Apfelwoche im Mössinger Rathaus empfangen. Ist das nicht schön?

Greifen Sie zu!

Greifen Sie zu!

Ähnlich sieht es im Bürgerbüro und bei den Stadtwerken Mössingen aus. Wir empfehlen: Mal wieder den Pass verlängern lassen oder ein Streuobst-Stückle pachten und einen Apfel gratis mitnehmen!

Verlegte Schafe

Frederik und RomeoDie gute Nachricht zuerst: „Die Schafwanderung kann wettermäßig starten, es soll sogar endlich mal schön werden“, meldet Wetterfee und Schafzüchterin Barbara Zeppenfeld.

Dabei gibt es aber eine kleine Programmänderung. Anders als ursprünglich gemeldet ist der Treffpunkt nicht Gönningen, sondern Bronnweiler. Dort treffen sich die Wanderwilligen am Sonntag zur vorgesehenen Zeit um 11 Uhr an der Volksbank mit der hübschen Adresse „In der Schweiz 4“. Hoffentlich sind die Navis so schlau …

Der Grund für die verlegten Schafe: „Wo die Tiere sind, liegt immer am Futter.“ Na dann: Mahlzeit!

One apple a day keeps the doctor away

oneappleDen Spruch kennt man auch in Öschingen. Und darum gibt es dort eine Woche lang eine „kulinarische schwäbische Rundreise mit und um den Apfel“. Wo? Im Grießhaberschen Wirtschäftle darf von 12 bis 15 Uhr kräftig zugelangt werden – vom apfeligen Mittagessen bis zu Kaffee und Apfelkuchen – alles natürlich Bio. Wer teilnehmen möchte, sollte sich vorher anmelden.